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Preisgestaltung für Campingplätze: Profitabel bleiben und trotzdem Gäste gewinnen

Wie ihr eure Preise richtig kalkuliert, saisonal anpasst und den Wettbewerb im Blick behaltet – ohne in die Billigfalle zu tappen.

Campingboost-Team7 Minuten Lesezeit25. April 2026

Das Preisproblem: Zu günstig ist genauso schlimm wie zu teuer

Viele Campingplatzbetreiber machen denselben Fehler: Sie setzen die Preise nach Bauchgefühl oder kopieren die Konkurrenz – ohne zu wissen, ob diese selbst profitabel ist.

Zu niedrige Preise bedeuten: Volles Haus, aber kein Gewinn. Zu hohe Preise bedeuten: Leere Plätze und sinkende Buchungen. Die Wahrheit liegt in der Kalkulation.

Schritt 1: Eure Fixkosten kennen

Bevor ihr einen Preis festlegt, müsst ihr wissen, was euch ein Stellplatz-Tag kostet. Typische Fixkosten eines Campingplatzes:

  • Pacht oder Grundstückskosten
  • Versicherungen
  • Personalkosten (auch wenn ihr selbst arbeitet – bewertet eure Zeit!)
  • Wartung und Instandhaltung
  • Energie (Strom, Wasser, Gas)
  • Marketing und Website
  • Steuerberatung, Buchhaltung
  • Abschreibungen (Infrastruktur, Fahrzeuge, Gebäude)

Teilt eure Jahresfixkosten durch die geplante Zahl der Stellplatznächte – das ist euer Break-Even pro Übernachtung.

Schritt 2: Variable Kosten einkalkulieren

Variable Kosten entstehen pro Gast:

  • Wasser- und Stromverbrauch
  • Sanitärreinigung
  • Müllentsorgung
  • Check-in Aufwand
  • Wäsche (falls Handtücher oder Bettwäsche angeboten)

Diese Kosten variieren je nach Ausstattung. Ein Komfort-Stellplatz mit Strom, Wasser-Anschluss und TV-Kabel verursacht andere Kosten als ein Basiszeltplatz.

Schritt 3: Den richtigen Gewinnaufschlag festlegen

Euer Preis = Fixkosten-Anteil + variable Kosten + Gewinnaufschlag + Rücklagen.

Der Gewinnaufschlag sollte nicht nur "etwas" sein – er muss Investitionen ermöglichen (neue Sanitäranlagen, Website-Update, neue Spielgeräte) und euch für schlechte Jahre absichern.

Faustregel: Kalkuliert mit 20–30 % Gewinnaufschlag über den Break-Even-Kosten.

Saisonale Preisgestaltung: Das Hochsaison-Prinzip

Statische Preise das ganze Jahr über lassen Geld auf der Tische. Dynamische Preise – höher in der Nachfrage-Hochphase, niedriger in der Nebensaison – optimieren euren Umsatz.

Typisches Modell:

  • Hauptsaison (Juli/August): 100 % – euer Basispreis
  • Nebensaison (Mai/Juni, September/Oktober): 80–85 %
  • Schwachsaison (März/April, November): 65–75 %

Dazu kommen Zuschläge für:
- Wochenenden (+15–25 % gegenüber Wochentagen)
- Feiertage und Brückenwochen
- Besondere Stellplätze (Seeblick, schattig, extra groß)

Was darf ein Stellplatz kosten?

Das hängt von eurer Region, Ausstattung und Zielgruppe ab. Grobe Orientierungswerte (Hauptsaison, inkl. Strom und Sanitär):

  • Einfacher Campingplatz: 20–28 € pro Nacht (2 Personen + Zelt)
  • Mittlerer Standard: 28–38 €
  • Komfort/Premium: 38–55 € und mehr
  • Glamping-Unterkünfte: 70–150 € und mehr

Dazu kommen Nebenpreise: Kurtaxe, Hund, Stromzähler, Extra-Personen.

Preistransparenz: Ein Wettbewerbsvorteil

Viele Campingplätze verstecken ihre Preise oder zeigen sie nur auf Anfrage. Das ist ein Fehler. Gäste, die keine Preise finden, gehen zur Konkurrenz – oder misstrauen eurem Platz.

Eine klare, gut strukturierte Preisübersicht auf eurer Website:
- Reduziert Anfragen per Telefon/E-Mail
- Erhöht die Buchungswahrscheinlichkeit
- Schafft Vertrauen

Tipp: Zeigt nicht nur die Preise, sondern auch was im Preis enthalten ist. "Inkl. Strom, WLAN, Nutzung Sanitäranlage" klingt fairer als ein reiner Preis ohne Erklärung.

Wettbewerbsanalyse: Kopieren verboten – aber beobachten erlaubt

Schaut euch regelmäßig an, was eure direkten Mitbewerber verlangen – vor allem für vergleichbare Stellplätze in der gleichen Region. Aber: Unterbietet nicht reflexartig. Günstig zu sein ist keine Strategie.

Fragt euch stattdessen: Warum sollten Gäste mehr für euren Platz bezahlen als für die Konkurrenz? Was macht euch besser?

  • Bessere Lage (direkt am See, ruhiger, besondere Natur)
  • Bessere Ausstattung (neuere Sanitäranlagen, mehr Services)
  • Besseres Ambiente (mehr Grün, weniger Enge, familiäres Flair)
  • Bessere Bewertungen und Reputation

Wenn ihr etwas besser macht, könnt ihr mehr verlangen. Und ihr solltet es dann auch tun.

Zusatzeinnahmen: Preisgestaltung geht über Stellplätze hinaus

Viele Campingplätze verschenken Potential bei:

  • Shop/Kiosk: Oft zu günstig kalkuliert oder nicht vorhanden
  • Mietausstattung: Stühle, Tische, Grills, Fahrräder – alles gegen Gebühr
  • Erlebnis-Pakete: Geführte Wanderung, Angeln, Bootsverleih
  • Frühstücksservice, Wäscherei, Paketannahme

Jede dieser Leistungen verbessert die Gäste-Erfahrung und erhöht den Umsatz pro Gast.

Fazit: Preisgestaltung ist eine Führungsaufgabe

Preise einmal setzen und vergessen – das reicht nicht. Prüft eure Preise vor jeder Saison, passt sie an gestiegene Kosten an, und habt keine Angst, fair zu bezahlen zu lassen, was ihr bietet. Wer zu günstig ist, macht sich selbst das Geschäft kaputt.

Tags:PreisgestaltungKalkulationFinanzenUmsatzStrategie
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